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21 von 24 Gouverneursämtern gehen an Maduros PSUV. Rechtsopposition punktet kaum bei den Kommunalwahlen.

Von Frederic Schnatterer | junge Welt vom 23.11.2021

Es war schon spät in der Nacht, als Venezuelas Präsident Nicolás Maduro im Präsidentenpalast Miraflores vor die Presse trat. »Der Chavismus und der Bolivarismus des 21. Jahrhunderts sind real, und wir sind eine entscheidende Kraft in der Geschichte des venezolanischen Volkes«, erklärte der Staatschef am frühen Montag morgen vor der Presse.

Kurz vor Mitternacht hatte der Nationale Wahlrat (CNE) die ersten Ergebnisse der Regionalwahlen vom Sonntag bekanntgegeben. Nach Auszählung von 90,21 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Gouverneurswahlen konnte die Regierungspartei PSUV 20 von 23 Staaten des Landes sowie die Hauptstadt Caracas für sich gewinnen. Die rechte Opposition, die zum ersten Mal seit 2015 an einer Abstimmung teilgenommen hatte, holte drei Gouverneursämter: Die Regierungschefs von Zulia und Cojedes stellt zukünftig die rechte Mesa de la Unidad Democrática (MUD), in Nueva Esparta gewann die Fuerza Vecinal.

Sowohl Politiker der Regierungskoalition Großer Patriotischer Pol als auch Kommentatoren in den Medien hoben noch in der Nacht die Erfolge der PSUV in den Bundesstaaten Mérida und Táchira hervor, zwei traditionellen Hochburgen der Rechten. Miranda und Lara konnte die Regierungspartei sogar von der Opposition zurückgewinnen. Das schlussendlich doch enttäuschende Abschneiden gerade der von Washington unterstützten MUD dürfte sich vor allem daraus erklären, dass die Rechtsopposition in vielen Regionen sowie Städten mit unterschiedlichen Listen angetreten war, so dass ihre Kandidaten gegeneinander antraten.

Wie der CNE-Vorsitzende Pedro Calzadilla am späten Sonntag abend ebenfalls bekanntgab, beteiligten sich 41,8 Prozent der registrierten Wähler an der Abstimmung. Das bedeutet im Vergleich zu den Parlamentswahlen vom Dezember 2020 einen Anstieg der Beteiligung um mehr als zehn Prozentpunkte.

Begleitet wurden die Wahlen von Hunderten internationalen Beobachtern, darunter UN-Mitarbeiter sowie das erste Mal seit 2006 Vertreter der EU. Diese wollen ihren vorläufigen Bericht zur Abstimmung an diesem Dienstag vorstellen.

 

 

 

 

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